DividendenJournal

Kapitel 06 · Dividenden-Rechner

Kapital-bedarfsrechner

Nicht „was wird aus meinem Geld", sondern „was brauche ich für mein Ziel". Gib dein gewünschtes passives Einkommen vor – der Rechner zeigt dir das nötige Kapital, gestaffelt nach Renditeszenario und unter Berücksichtigung von Steuern und Sparerpauschbetrag.

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Der Rechner

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Disclaimer: Reine Modellrechnung mit konstanten Annahmen. Tatsächliche Renditen und Dividendenentwicklungen schwanken. Keine Anlageberatung, keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Benötigtes Gesamtkapital

222.605 €

Naiv ohne Steuern (Netto = Brutto): 171.429 €. Der Aufschlag ergibt sich aus Abgeltungssteuer, Soli, abzüglich Sparerpauschbetrag.

Benötigte Brutto-Jahresdividende

7.791,17 €

Netto-Zieleinkommen im Jahr

6.000,00 €

Kapitalbedarf nach Dividendenrendite

3.0%
259.706 €
3.5%
222.605 €
4.0%
194.779 €
4.5%
173.137 €
5.0%
155.823 €
Steuer-Detail zur Bruttodividende
Bruttodividende (Jahr):7.791,17 €Steuerfreier Anteil (Freibetrag):1.000,00 €Steuerpflichtiger Anteil:6.791,17 €Abgeltungssteuer:1.697,79 €Solidaritätszuschlag:93,38 €Netto p. a.:6.000,00 €

Verwendet dieselbe Steuerlogik wie Dividendensteuerrechner und Sparerpauschbetrag-Optimierer. Die drei Rechner liefern konsistente Ergebnisse.

Warum dieser Rechner anders ist

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Fast alle Rechner rund um Dividenden – auch die fünf anderen auf dieser Seite – beantworten dieselbe Grundfrage: „Was wird aus meinem Kapital?" Man kippt Startkapital, Sparrate und Rendite hinein und bekommt einen Endwert heraus. Für den ersten Impuls genügt das. Wer aber ernsthaft plant, wird schnell merken, dass die eigentliche Frage umgekehrt läuft: „Wie viel muss ich zusammentragen, damit ein bestimmter Betrag netto jeden Monat aus dem Depot in mein Konto tropft?" Diese Frage lässt sich nicht mit einem Sparplan-Rechner lösen – sie braucht eine Rückwärtsrechnung.

Genau das leistet der Kapitalbedarfsrechner. Er kehrt die Perspektive um: Du gibst dein gewünschtes monatliches Netto-Zieleinkommen ein, wählst Dividendenrendite und steuerliche Rahmenbedingungen – und siehst als Ergebnis das Kapital, das dafür heute notwendig wäre. Das mag simpel klingen, ist in der freien Wildbahn aber selten sauber umgesetzt. Die meisten „Wie viel Kapital für X € Dividende"-Rechner im Netz arbeiten mit einer einzigen pauschalen Bruttorendite und ignorieren den Sparerpauschbetrag komplett. Sie liefern damit eine Zahl, die nach Kaffeesatz aussieht und den tatsächlichen Bedarf spürbar unter- oder überzeichnet.

Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied deutlich: Bei einem Zieleinkommen von 500 € netto im Monat (6.000 € im Jahr) und einer angenommenen Dividendenrendite von 3,5 % kommt eine reine Brutto-Rechnung auf rund 171.400 € Kapitalbedarf (6.000 € ÷ 3,5 %). Wer aber tatsächlich 6.000 € netto pro Jahr auf dem Konto haben möchte, muss vor Steuern mehr Bruttodividende erwirtschaften – nach Abgeltungssteuer, Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer, abzüglich des Sparerpauschbetrags von 1.000 € beziehungsweise 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Für Einzelveranlagung ohne Kirchensteuer liegt der real nötige Kapitalbedarf bei rund 222.600 €. Das sind gut 30 % mehr als die naive Brutto-Rechnung suggeriert – Größenordnungen, die einen Etappenplan sichtbar verändern.

Der Kapitalbedarfsrechner ist deshalb bewusst kein „Marketing-Rechner", der eine geschönte Zahl produziert. Er rechnet konservativ und steuerlich korrekt – auch wenn das Ergebnis nüchterner ausfällt als mancher „Werde in zehn Jahren finanziell frei"-Rechner im Netz. Wer ehrlich plant, plant besser.

„Wer zuerst das Ziel kennt, muss den Weg nicht mehr raten."

Ein Rechenbeispiel in drei Etappen

Die folgende Tabelle zeigt den Kapitalbedarf für drei typische Netto-Zieleinkommen bei 3,5 % Dividendenrendite, freiem Sparerpauschbetrag von 1.000 € (Einzelveranlagung, ohne Kirchensteuer). Die Zahlen stammen direkt aus der oben eingebauten Rechenlogik – wer die Werte im Rechner nachbaut, erhält Cent-genau dieselben Beträge.

Monatliches ZieleinkommenJahresbetragBenötigtes Kapital (ca.)
200 €2.400 €ca. 82.900 €
500 €6.000 €ca. 222.600 €
1.000 €12.000 €ca. 455.400 €

Der Zusammenhang zwischen Zieleinkommen und Kapitalbedarf ist annähernd linear: Verdoppelst du dein Zieleinkommen, verdoppelt sich in etwa auch der Kapitalbedarf. Die Rendite-Annahme wirkt dagegen überproportional. Der Unterschied zwischen 3,0 % und 4,5 % Dividendenrendite bedeutet bei gleichem Netto-Ziel schnell mehrere Zehntausend Euro Kapitalbedarf. Genau deshalb ist die Balkengrafik mit den fünf Rendite-Szenarien im Rechner der eigentliche Kern des Tools – nicht die eine große Ergebniszahl darüber.

Realistische Annahmen wählen

Damit der Rechner ein belastbares Ergebnis liefert und nicht in ein Wunschbild abrutscht, halten wir uns an folgende Werte:

  • Dividendenrendite 2,5 – 4,0 %: entspricht klassischen Aristokraten, Blue Chips und dividendenstarken ETFs. Höhere Annahmen verlangen unverhältnismäßig mehr Risiko und senken den errechneten Kapitalbedarf nur scheinbar, weil das Ausfallrisiko überproportional steigt.
  • Monatliches Zieleinkommen realistisch staffeln: 200 – 500 € als erste sinnvolle Etappe, bevor man auf vierstellige Zielbeträge plant. Der Rechner eignet sich gut, um mehrere Etappenziele nacheinander durchzuspielen und jeweils den Zwischenstand zu verankern.
  • Sparerpauschbetrag als festen Baustein einplanen, nicht als Bonus obendrauf. Er verändert den nötigen Kapitalbedarf gerade bei kleineren Zielbeträgen spürbar, weil er einen relativ größeren Anteil der Jahresausschüttung abdeckt.
  • Kirchensteuer nicht vergessen, falls zutreffend – bei 8 % bis 9 % auf die Abgeltungssteuer macht das über Jahrzehnte einen messbaren Unterschied beim Kapitalbedarf, auch wenn der Effekt auf den ersten Blick klein wirkt.
  • Vorhandenes Kapital immer eintragen, auch wenn es klein ist. Der Rechner zeigt dann den realistischen Restbedarf statt einer abstrakten Gesamtzahl, die schnell entmutigend wirken kann.

Der Sparerpauschbetrag-Hebel

Der Sparerpauschbetrag wirkt bei kleinen Zieleinkommen prozentual deutlich stärker als bei großen. Bei einem Zieleinkommen von 100 € im Monat (1.200 € im Jahr) deckt der Freibetrag von 1.000 € einen großen Teil der Jahresausschüttung steuerfrei ab – der Kapitalbedarf liegt spürbar näher an der reinen Brutto-Rechnung als bei einem Zieleinkommen von 2.000 € im Monat. Dort deckt der gleiche Freibetrag nur einen kleinen Bruchteil der Jahresausschüttung, entsprechend geringer ist sein prozentualer Hebel auf den nötigen Bruttokapitalbedarf.

Diese Asymmetrie ist ein guter Grund, den Freibetrag nicht als „Kleinigkeit" abzutun, sondern ihn aktiv einzuplanen – erst recht, wenn er auf mehrere Depots verteilt ist. Wer den Effekt isoliert durchspielen möchte, tut das am besten im Sparerpauschbetrag-Optimierer.

Grenzen des Modells

Der Rechner unterstellt eine konstante Dividendenrendite ohne Kürzungen und ohne Kursschwankungen. Er ersetzt keine individuelle Finanzplanung und berücksichtigt keine Inflation über den Planungshorizont. Wer über 20 Jahre und mehr plant, sollte das Ergebnis als heutigen Kapitalbedarf verstehen – als real inflationsbereinigten Zielwert wäre die nötige Summe entsprechend höher.

Zusätzlich unterstellt der Rechner, dass die gesamte Rendite aus Ausschüttungen stammt und keine Kursgewinne einrechnet. In der Praxis wird jedes langfristig geführte Depot auch Kursbewegungen durchlaufen, die den tatsächlichen Depotwert unabhängig vom reinen Kapitalbedarf beeinflussen. Für die Wegstrecke von heute bis zum errechneten Ziel ist der Dividenden-Wachstumsrechner das passende Werkzeug, für die exakte Steuerlast einer konkreten Ausschüttung der Dividendensteuerrechner.

Zwei kleine Denkanstösse

Erster Gedanke: Stell den Sparerpauschbetrag-Regler einmal auf „bereits anderweitig ausgeschöpft" und beobachte, wie deutlich der Kapitalbedarf steigt. Der Unterschied ist ein guter Grund, den eigenen Freibetrag über alle Depots hinweg zu prüfen und ihn dort einzusetzen, wo er am meisten wirkt. Der Sparerpauschbetrag-Optimierer rechnet diesen Hebel isoliert durch – inklusive der Frage, wie viel Kapital nötig wäre, um den Freibetrag exakt auszunutzen.

Zweiter Gedanke: Halte dein Zieleinkommen bewusst klein – 100 € statt 500 € im Monat – und beobachte, wie stark der Kapitalbedarf sinkt. Auch kleine Etappenziele bedeuten echten Fortschritt, und sie fühlen sich beim Erreichen deutlich greifbarer an als ein abstraktes „passives Vollgehalt". Anschließend kannst du im Dividenden-Wachstumsrechner durchspielen, in wie vielen Jahren dieses Etappenziel bei einer realistischen monatlichen Sparrate erreichbar wäre – und daraus einen konkreten Fahrplan bauen.

Häufige Fragen

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Bei einer angenommenen Dividendenrendite von 3,5 % und ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag (1.000 €, Einzelveranlagung, ohne Kirchensteuer) liegt der Kapitalbedarf für ein Netto-Zieleinkommen von 1.000 € im Monat rechnerisch bei rund 455.000 €. Der Wert basiert darauf, dass für 12.000 € netto pro Jahr eine Bruttodividende von etwa 15.940 € erforderlich ist, die durch 3,5 % Rendite geteilt den Kapitalbedarf ergibt. Der Rechner oben zeigt für deine individuelle Steuersituation die genaue Zahl in Sekunden.